Arbeitskreis Gebäude – Gebäude als Kraftwerke der Energiewende
Strom, Wärme und Mobilität intelligent verbinden
Wind und Sonne sind zentrale Säulen der erneuerbaren Stromversorgung in Deutschland. Ihre Energie steht jedoch nicht immer genau dann zur Verfügung, wenn sie gebraucht wird. Deshalb kommt es darauf an, Erzeugung, Speicherung und Verbrauch intelligent miteinander zu verbinden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Sektorkopplung: Strom, Wärme und Mobilität werden gemeinsam betrachtet und aufeinander abgestimmt. Batteriespeicher können überschüssigen Solarstrom aufnehmen und ihn später wieder zur Verfügung stellen. Wärmepumpen nutzen Strom, um Gebäude effizient zu heizen und zu kühlen. Nahwärmenetze ermöglichen es, Wärme gemeinschaftlich bereitzustellen und zu verteilen.
Diese Lösungen eröffnen neue Möglichkeiten – im einzelnen Gebäude ebenso wie in Mehrfamilienhäusern, Wohnquartieren und ganzen Kommunen. Voraussetzung ist, dass Eigentümer, Mieter, Unternehmen, Energieversorger, Kommunen und weitere Akteure zusammenarbeiten.
Auch Energiegenossenschaften können dabei eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam mit Stadtwerken und anderen Partnern können sie lokale Energieprojekte entwickeln, erneuerbare Energien erschließen und die Menschen vor Ort an der Energiewende beteiligen.
Der Arbeitskreis Gebäude beschäftigt sich mit diesen Möglichkeiten und möchte zeigen, wie Gebäude zu einem wichtigen Bestandteil einer klimafreundlichen, effizienten und zukunftsfähigen Energieversorgung werden können.
Die Energiewende braucht Macher!
Die Energiewende lebt nicht allein von politischen Beschlüssen und großen Infrastrukturprojekten. Sie braucht Menschen, die selbst aktiv werden, neue Lösungen ausprobieren und Verantwortung übernehmen.
Macher hängen ein Photovoltaikmodul an den Balkon – auch wenn die Wirtschaftlichkeit nicht ihr einziges Entscheidungskriterium ist. Sie erzeugen ihren eigenen Strom und setzen ein Zeichen für den Klimaschutz.
Macher installieren Solarmodule auf Garagen, Dächern und in Gärten. Sie suchen nach Möglichkeiten, erneuerbare Energie auch dort zu erzeugen, wo die vorhandenen Flächen begrenzt sind oder der erzeugte Strom nicht vollständig selbst verbraucht werden kann.
Macher denken weiter: Sie verbinden Photovoltaik mit Stromspeichern, Elektroautos und intelligenten Verbrauchern. So können sie mehr selbst erzeugten Strom nutzen, ihren Netzbezug reduzieren und – abhängig von der Steuerung und den örtlichen Gegebenheiten – zur Entlastung des Stromnetzes beitragen.
Die Macher von heute sind die Treiber der Energiewende von morgen. Sie zeigen, dass Klimaschutz viele Gesichter hat und dass auch kleinere Maßnahmen in ihrer Summe einen wichtigen Beitrag leisten können.
Photovoltaik überall dort, wo Flächen sinnvoll genutzt werden können
Balkone, Dächer, Garagen und Gartenzäune
Nicht jede Solaranlage muss groß sein. Balkonkraftwerke ermöglichen es vielen Menschen, selbst Solarstrom zu erzeugen. Dächer und Garagen bieten weitere Flächen, auf denen Photovoltaik installiert werden kann.
Auch weniger offensichtliche Standorte verdienen Aufmerksamkeit. Geeignete Gartenzäune können beispielsweise mit Photovoltaikmodulen ausgestattet werden. Entscheidend sind die baulichen Voraussetzungen, die Ausrichtung, die Verschattung und eine sichere Installation.
Die Idee dahinter ist einfach: Bereits vorhandene Flächen sollen möglichst sinnvoll genutzt werden, um zusätzlichen erneuerbaren Strom zu erzeugen.
Strom speichern und flexibel nutzen
Solarstrom fällt häufig tagsüber an, während der Strombedarf auch in den Abendstunden hoch sein kann. Batteriespeicher helfen, diese zeitliche Lücke zu überbrücken.
Ein Speicher im Gebäude oder – unter geeigneten technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen – die Batterie eines Elektroautos kann dazu beitragen, selbst erzeugten Strom zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Intelligente Steuerungen stimmen Erzeugung, Speicherung und Verbrauch aufeinander ab.
Richtig eingebunden können solche Lösungen außerdem helfen, Verbrauchsspitzen zu reduzieren und das lokale Stromnetz zu entlasten. Damit wird das Gebäude zunehmend vom reinen Energieverbraucher zum aktiven Bestandteil des Energiesystems.
Große Dächer und Parkflächen nutzen
Photovoltaik auf Parkhäusern
Parkhäuser öffentlicher Einrichtungen und Industrieunternehmen bieten häufig große, zusammenhängende Flächen für die Solarstromerzeugung. Wo die baulichen Voraussetzungen stimmen, können Photovoltaikanlagen einen erheblichen Beitrag zur lokalen Stromversorgung leisten.
Besonders sinnvoll ist die Kombination mit Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Der erzeugte Solarstrom kann dann zum Laden parkender Fahrzeuge genutzt werden. Mit geeigneten Ladesystemen, Speichern und einem intelligenten Energiemanagement lässt sich der Eigenverbrauch zusätzlich optimieren.
Überdachte Parkflächen können darüber hinaus Schutz vor Sonne und Niederschlag bieten. Photovoltaik verbindet hier die Erzeugung erneuerbarer Energie mit einer zusätzlichen Nutzung der vorhandenen Infrastruktur.
Photovoltaik auf Supermärkten
Supermärkte haben einen kontinuierlichen Strombedarf, unter anderem für Kühlung, Beleuchtung und technische Anlagen. Gerade die Kühlung ist in den sonnenreichen Monaten besonders wichtig – also häufig zu Zeiten, in denen Photovoltaikanlagen viel Strom liefern.
Damit bieten Supermärkte gute Voraussetzungen, um einen Teil ihres Strombedarfs direkt mit Solarenergie zu decken. Große Dachflächen können zur Stromerzeugung genutzt werden; geeignete Speicher und intelligente Steuerungen können die Abstimmung zwischen Erzeugung und Verbrauch weiter verbessern.
So lassen sich vorhandene Gebäude zu wichtigen Bausteinen einer regionalen und klimafreundlichen Energieversorgung machen.
Viele kleine Anlagen – gemeinsam eine große Wirkung
Nicht überall stehen große Dachflächen zur Verfügung. Doch auch viele kleinere Anlagen können zusammen einen sinnvollen Beitrag leisten.
Solarenergie in Kleingartenanlagen
Kleingartenanlagen bieten interessante Möglichkeiten, dezentrale Solarenergie einzusetzen. Dort werden beispielsweise elektrische Gartengeräte und gemeinschaftlich genutzte Einrichtungen betrieben. Auch kleinere gastronomische Angebote können einen regelmäßigen Strombedarf haben.
Je nach Nutzung können Photovoltaikmodule, kleine Batteriespeicher und geeignete Verbraucher miteinander kombiniert werden. So lässt sich Solarstrom beispielsweise für Beleuchtung, Ladegeräte oder andere elektrische Anwendungen nutzen.
Wichtig ist, die Anlagen an den tatsächlichen Bedarf anzupassen und technische sowie rechtliche Anforderungen zu berücksichtigen. Auf diese Weise können auch kleine Solarprojekte einen praktischen Nutzen entfalten und das Bewusstsein für erneuerbare Energien stärken.
Solarenergie an Haltestellen
Viele Haltestellen benötigen Dächer, die Fahrgäste vor Regen und Sonne schützen. Wo es baulich möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, können solche Überdachungen zusätzlich mit Photovoltaik ausgestattet werden.
Der erzeugte Strom kann beispielsweise für Beleuchtung, Anzeigen oder andere technische Einrichtungen der Haltestelle verwendet werden. Überschüssige Energie lässt sich – sofern ein geeignetes System vorhanden ist – speichern oder in ein Stromnetz einspeisen.
In Verbindung mit Speichern und einer intelligenten Steuerung können solche Anlagen auch Teil eines umfassenderen Energiekonzepts für den öffentlichen Verkehr werden. So wird aus einer reinen Schutzüberdachung ein möglicher Standort für dezentrale Energieerzeugung.
Stuttgart hat bereits begonnen – es bleibt noch viel zu tun
In Stuttgart werden öffentliche Gebäude und weitere Liegenschaften schrittweise für die Nutzung von Photovoltaik erschlossen. Das ist ein wichtiger Schritt, um erneuerbare Energien auszubauen und den Energiebedarf langfristig klimafreundlicher zu decken.
Doch die vorhandenen Möglichkeiten sind noch längst nicht überall ausgeschöpft. Dächer, Parkhäuser, geeignete Fassaden, Überdachungen und weitere versiegelte Flächen bieten Potenzial für zusätzliche Solarstromanlagen.
Der Arbeitskreis Gebäude von Stuttgart Solar möchte auf diese Chancen aufmerksam machen, Ideen weiterentwickeln und Menschen zum eigenen Handeln motivieren.
Jedes geeignete Dach, jeder sinnvoll genutzte Standort und jede engagierte Initiative kann einen Beitrag leisten.
Die Energiewende gelingt, wenn wir vorhandene Möglichkeiten erkennen, gemeinsam Lösungen entwickeln und Schritt für Schritt ins Handeln kommen.
Werde auch du zum Macher der Energiewende!


